Tomorrowland 2016 – 4 Tage in einer anderen Welt

Wie war die Anreise, wie sahen die Toiletten aus, was gab das Lineup her, wie viel Vielfalt hat das Festival geboten, wie steht es um Originalität, Ticketpreise und Verpflegung?

Das IAATM-FESTIVAL-REVIEW ist da! Wir bewerten alle relevanten Festivals in Europa nach den wichtigsten Kriterien für Besucher und Liebhaber der elektronischen Musik.

Überblick

Tomorrowland ist wohl das beliebteste Festival auf der ganzen Welt. Besucher aus allen Nationen reisen in den kleinen Ort Boom in Belgien, um die Realität für 4 Tage zu vergessen. Zum nun schon 12ten Mal öffnet das Festival seine Pforten und lässt mit über 180.000 Besuchern auf sich warten. Das Event erstreckte sich über 4 Tage und ließ es wiederholt bei dem Line-Up richtig krachen. Die Headliner mit Martin Garrix, Axwell & Ingrosso, Eric Prydz vs. Deadmau5 machten Tomorrowland die Ehre und spielten jeweils eines der Closings. Unser Redakteur Fabi war erneut vor Ort und berichtet von seinen Erlebnissen.

Tomorrowland Panorama Mainstage

Seit nun 12 Jahren findet das Tomorrowland Festival in Boom, Belgien statt. Über die Jahre hinweg hat es sich zum Mekka der elektronischen Musikfans entwickelt und beweist jedes Jahr aufs Neue, was es heißt, die Nummer #1 in der Rubrik Festivals zu sein. Verzauberte Bühnen, Besucher aus aller Welt, Feuerwerke als wäre schon Silvester – all das trifft auf das Festival zu. Die Veranstalter um ID&T ziehen auch im zwölften Jahr die Besucher magisch an.

Stages

22 Stages! Davon 16 auf dem offiziellen Line-Up-Plan und fünf versteckt auf dem Gelände und eine am Campingground warteten auf die Raver aus aller Welt. Von der sage und schreibe 170m breiten Mainstage, deren Bühnenbild jedes Jahr streng geheim gehalten wird, über die “Sidestages” – die allesamt eigene Mainstages von kleineren Festivals sein könnten – bis hin zur obszönen Gathering-Stage am Dreamville, dem Campingground von Tomorrowland. All diese genannten Stages werden mit dem besten Line-Up gefüttert und zeigen ein sehr detailreiches Bühnenbild auf – Chapeau hier an die Stagedesigner. Axtone, Prydz vs. Mau5, Smash the House sind nur ein Bruchteil der Labels, die dieses Jahr eine Stage gehostet haben.
Auch die Pre-Party glänzte dieses Jahr mit zwei absoluten Krachern auf der Bühne. Wenn bei ID&T von Suprise Acts die Rede ist, heißt dies absolute Spitzenheadliner. Dieses Jahr zauberten auf der Pre-Party Tiesto und Afrojack an den Decks und begeisterten 40.000 Camper.


Credit: Martin Klawitter & Isabelle Otto

Line-Up

Jeder, der Tomorrowland kennt und schon einmal die Chance hatte es zu besuchen, der weiß, dass nur die Crème de la Crème hinter die Turntables des Festivals kommt. Bei über 21 Stages ist es echt schwer den Überblick zu halten. Wer sich hier keinen persönlichen Zeitplan erstellt, geht unter. Die Artists, die auf der Mainstage des Tomorrowland spielen dürfen, haben es geschafft. Nur wenige haben die Chance einen Slot auf der wohl größten Festivalbühne weltweit zu ergattern. Dieses Jahr spielten Artists wie Martin Garrix, David Guetta, der als einziger Artist seit Anfang an dabei ist, Don Diablo, Dada Life, der deutsche Paul Kalkbrenner, Sunnery James & Ryan Marciano und viele weiter auf der Mainstage.

Aber auch auf den Sidestages ging es heiß her! Axtone ließ es am Samstag mit Axwell, Shapov, Hard Rock Sofa uvm. ordentlich krachen, wobei am Freitag mit Sicherheit die von Eric Prydz und Deadmau5 gehostete Stage eines der Highlights war. Am Sonntag übernahm Yellow Claw das Ruder in der Wind-Stage und lieferten mit Companions Moksi, Jauz, San Holo, WiWek eine ordentliche Show ab.

Camping

Nicht nur auf dem Festival ist einiges geboten! Auch auf dem hauseigenen Campinggelände Dreamville geht die Post ab. Bereits am Donnerstag finden sich dort fast 40.000 Camper ein, um das Festival mit einer grandiosen Pre-Party, die sich auch The Gathering nennt, einzuläuten.
Auf dem Dreamville mangelt es euch an nichts. Die sanitären Anlagen sind größtenteils sauber.
Das Essensangebot ist riesig. Dafür hat Tomorrowland einen eigenen Lidl, Bäcker, Metzger, zahlreiche Essensstände verschiedenster Nationen und ein Frühstücksrestaurant für euch im Angebot.
Wer nicht darauf steht sein ganzes Equipment nacht Belgien zu schleppen, kann dies auch vor Ort kaufen. Die Preise hierfür sind nicht billig, aber gehen in Ordnung (Wurfzelt ca. 25€).

Du stehst doch auf den gehoben Standart und hast keine Lust auf Camping? Dann kannst du ein Hotelpaket in verschieden Kategorien von Bronze bis Gold dazu buchen. Der Preis liegt hier leider schon bei über 1500€ p.P.

Netzempfang (Handy)

Da das Festival in Belgien stattfindet haben Ausländer wie wir leider kaum bis gar kein Netz. Wenn ihr nicht darauf verzichten könnt und euren Liebsten täglich Bericht erstatten wollt oder eure Snapchat-Story auf den neuesten Stand halten wollt, könnt ihr euch eine Auslandsflat dazu buchen. Der Preis für eine Auslandsflat ist davon abhängig bei welchem Anbieter ihr unter Vertrag steht. Bei der Telekom könnt ihr für 15€ 300 MB dazu buchen. Wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich ein Walkie Talkie – oder verliert sich nicht; wenn das überhaupt auf einem Festival geht.

Orginalität

Das Festival, das einer Märchenwelt gleicht, nimmt seine Besucher jedes Jahr auf eine neue Reise mit. Dieses Jahr widmete man sich dem Thema The Elixir of Life, was einen Zauberwald, getarnt als Mainstage, zeigte. Durch die Liebe zum Detail wird das Festival eine wahre Expedition. Nur wer auch genau hinschaut, entdeckt alles. Tomorrowland steckt nicht nur viel in das Festival sondern schnürt euch ein sagenhaftes Gesamtpaket. Das beginnt bereits bei den Partyflights, die aus den Städten rundum Belgien angeboten werden.

Party Flight

CC: IAATM

Sowohl auf dem Campinggelände, als auch auf dem Festival selbst, laufen viele verkleidete Darsteller umher, die einen einzigartigen Flair vermitteln. Wecker auf dem Dreamville? Brauchst du nicht! Tomorrowland schickt ihre Blaskapelle, die mit einem 8-Mann-Tandem durch das Gelände cruist und jeden aus den Träumen weckt. Eine Marke, die seinesgleichen sucht. Für alle Verfolger unseres Snapchat Accounts gab es am Wochenende bereits eine kleine Kostprobe. Folgt unserem Account “iaatm.de” und verpasst fortan keine Impressionen mehr von unseren Festivalbesuchen.

Preise für Essen/Drinks und Specials

Auf dem Tomorrowland gilt seit den letzten Jahren die Währung Pearls. Eine Pearl hat den Wert von ca. 1,50€. Man konnte billig, aber auch teuer essen gehen. Von BBQ und Pizza über asiatische Köstlichkeiten bis hin zu 5 Restaurants verteilt am ganzen Festivalgelände, wofür man pro Mahlzeit 31€ bürgen musste, war für jeden etwas dabei. Einmal Pommes kostete 3,5 Pearls/ 5€, ein Teller mit gebratenen Nudeln und einem Fleischspieß 8 Pearls/ 12€. Etwas billiger war es dagegen bei den Getränken. Ein Bier kostete gerade einmal 2 Pearls/ 3€, ein Softdrink ebenfalls. Wer dagegen den harten Stoff zu sich nehmen wollte, musste 9€ löhnen.

Tickets

Wenn man im regulären Verkauf durchkommt, gleicht das gefühlt wie ein 6er im Lotto, denn für die Tickets bewerben sich jedes Jahr eine unglaubliche Anzahl an Personen. Die Tickets sind auf ca. 150.000 für den globalen Sale limitiert. 30.000 davon gehen an die Belgier, welche schon ein paar Wochen zuvor die Chance haben, Tickets für das heißbegehrte Festival zu ergattern. Die Preise unterscheiden sich stark. Für ein normales Ticket inkl. aller Gebühren und Camping muss man ca. 380€ auf den Tisch blättern. Wer lieber mit dem Flieger anreisen will, darf dafür tiefer in die Tasche greifen. Ein Global Journey Ticket aus Berlin kostete dieses Jahr 911€.

Insider: Ich habe mit einem Belgier auf dem Festival gesprochen, der aus Boom, dem Ort wo Tomorrowland stattfindet, kommt. Dieser erzählte, dass in Boom und Rumst (Nachbarort) die Ticketpreise bei gerade einmal 150€ liegen.

Anreise

Das Festival ist mit dem Auto sehr gut zu erreichen. Obwohl es einem Ding der Unmöglichkeit scheint, gab es nach unseren Informationen in Boom und in der Nähe des Campinggeländes so gut wie kein Verkehrschaos. Wer mit dem Flieger anreist, braucht sich keine Sorgen machen. Tomorrowland kümmert sich um alles. Die Shuttles sind am Flughafen sehr gut ausgeschildert und bringen euch innerhalb von 30 Minuten zum Campinggelände.

Dreamville

CC: Tomorrowland

Gesamtkosten

Wer zu den Glücklichen zählt, ein Ticket für Tomorrowland ergattert zu haben, der sollte auch ein bisschen Erspartes mit zum Festival bringen. Ich habe mit angezogener Handbremse dort gelebt und genau 100€ an Zusatzkosten für Essen, Drinks und ein bisschen Merch ausgegeben. Wenn man die Kosten für Essen, Drinks, Anfahrt etc. zusammenzählt, kommt man auf grob 350€, die dort aus seinen Taschen wandern. Natürlich ist es schwer, eine genaue Prognose für die verschiedenen Festivalbesucher zu treffen, mit 350€ ist man allerdings durchaus gut dabei.

Fazit

Das Tomorrowland Festival ist meiner Meinung nach jeden Cent wert! Die Liebe zum Detail zeigt wie viele Gedanken sich die Organisatoren machen um jedem Besucher ein ultimatives Erlebnis zu bieten. Petrus meinte es gut mit uns, sandte nur Sonne und heiße Temperaturen auf das Gelände herab.
Auf dem Festival und dem Campingplatz gab es viel zu entdecken und viele schlossen neue Freundschaften.

Das Highlight war für jeden Besucher natürlich die Mainstage des Festivals: 180m breit, 60m hoch – Das kann sich sehen lassen! Aber auch auf den anderen 20 Stages steppte der Bär den ganzen Tag und viele Besucher kamen erschöpft am Abend auf den Campingplatz zurück und waren froh im Zelt ein Nickerchen machen zu können, ehe ein neuer Tag anbrach.
Axwell & Ingrosso zeigten am Samstagabend was es heißt, ein Festival gebührend zu beenden! Auch kleinere Artists wie Mark Villa, der gerade einmal mit 15 Jahren schon auf der Arch-Stage von seinem Mentor Laidback Luke performen durfte, bekamen die Chance ihr können unter Beweis zu stellen.

Tomorrowland von oben

CC: Rudgr.com

Das Verlangen nach Party, Glück und Liebe war bei jedem Besucher zu spüren. Jeder hatte Sterne in den Augen. Viele Sets wie das Set von Axwell & Ingrosso oder die Live-Performance von Eric Rrydz vs. Deadmau5 waren sehr emotional – manche weinten vor Freude, manche lachten und alle feierten zusammen.

Photo Credit: rudgr.com, Tomorrowland Facebook

 

Hinweis:

Dieses Review basiert auf unseren eigenen, privaten Erfahrungen. Für alle Informationen und Preise gibt es natürlich keine Gewähr. Sie sollen ausschließlich einen groben Richtwert geben. Für weiteres Feedback von eurer Seite sind wir natürlich gerne offen. Schreibt uns dazu einfach auf unserer Facebook-Seite (Klick hier).