Seit einigen Tagen sorgt die Sängerin Kesha Rose Sebert für etliche Schlagzeilen in weltweiten Medien. Es geht um einen Rechtsstreit, den Kesha ganz offensichtlich zu ihren Ungunsten zu verlieren scheint. Im Internet nehmen abertausende Fans Anteil an dem Streit und sprechen sich unter dem Hashtag #FreeKesha für die Sängerin aus. Doch worum geht es eigentlich? Wir fassen zusammen.

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Gegen wen kämpft Kesha?

Kesha möchte sich aus den Verträgen befreien, die sie dazu verpflichten in all ihrem musikalischen Schaffen mit dem Produzenten Dr. Luke zusammenzuarbeiten. Wer ist Dr. Luke? Lukas Sebastian Gottwald alias Dr. Luke ist veranwortlich für nicht weniger als eine Hand voll der erfolgreichsten Hits des 21. Jahrunderts: Kelly Clarkson‘s “Since U Been Gone”, P!nk‘s “U + Ur Hand”, Katy Perry‘s “I Kissed A Girl”, Miley Cyrus‘ “Party In The U.S.A.” und viele mehr gehen auf sein Konto. Seit 2011 ist er bei Sony Music als Produzent unter Vertag.

Warum kämpft Kesha gegen Dr. Luke?

Im Grunde scheint die Zusammenarbeit der beiden also mehr als lohnenswert für Kesha: Dr. Luke produziert ihre ersten beiden Alben, sowie die Welthits “TikTok”, “Die Young” und “Timber” mit Pitbull. 2012 bekam die Öffentlichkeit erstmals Wind davon, dass es hinter geschlossenen Türen wohl nicht nur harmonisch ablief: Kesha twitterte, dass sie von ihrem Produzenten genötigt wurde den Chorus ihres Titels “Die Young” beizubehalten, der da lautet “let’s make the most of the night, ’cause we’re gonna die young”. Hintergrund der Unstimmigkeiten war damals ein Amoklauf an einer Schule in Amerika, bei dem viele junge Menschen ums Leben kamen – was den Zeilen einen faden Beigeschmack verlieh. Später postete sie auf ihrer Website, sie hätte ein paar Bedenken bei dem Songtext gehabt, besonders weil sie so viele junge Fans habe.

Ende 2013 tauchte eine Petition aus dem Kreise von Kesha’s Fans auf, mit dem Ziel ein Auflösen der Veträge zwischen Dr. Luke und Kesha zu erwirken, da dieser Kesha angeblich wie eine Puppe kontrollieren würde und sie zu etwas machen würde, das sie nicht sein wolle.
Ein paar Monate später gab ihre Mutter Pepe Sebert im Interview mit dem renommierten People-Magazin dem Produzenten die Schuld an der Essstörung ihrer Tochter.

Verlauf des Rechtsstreites

Im Oktober 2014 wandte sich Kesha an ein Californisches Gericht mit dem Ziel, ihre Verträge aufzulösen, um selbständig Musik veröffentlichen zu können – ohne den Produzenten und Sony Music. Die Klage beschuldigt Gottwald, Ms. Sebert [Kesha] über Jahre hinweg sexuell, physisch, verbal und emotional missbraucht zu haben, bis hin zu einem Punkt, der Ms. Sebert beinahe das Leben gekostet habe.

Daraufhin reichte Gottwald’s Verteidigung noch im selben Monat eine Gegenklage ein, mit der Begründung, die Klage enthielte falsche und schockierende Anschuldigungen.

Das Urteil

Vergangenen Freitag sprach eine Richterin in New York das Urteil gegen Kesha: Die Klage wurde abgelehnt. Sie darf entgegen ihren Willen nicht außerhalb von ihrem Label Sony Music und der Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten Dr. Luke neue Musik aufnehmen und veröffentlichen.

Die zuständige Richterin, Shirley Werner Kornreich, sagte nach dem ersten Urteil, noch mehr Beweise hören zu wollen, bevor der Fall geschlossen wird. Die Verteidigung von Dr. Luke sagte noch am Freitag in einem Interview, dass Kesha bereits vor der dem Rechtsstreit neue Musik hätte aufnehmen dürfen, ohne mit dem Produzenten zusammen arbeiten zu müssen. Alle Anschuldigungen über Knebelverträge seien unwahr.

Die Young von Ke$ha auf tape.tv.

> So reagieren die Stars auf den Rechtsstreit <

Quelle:
Rolling Stone
People

Photocredit:
Wikimedia